Micron Document
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<title>Lothar Anys</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Lothar Anys</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Lothar Anys</b> (* <a href="14._Juli" title="14. Juli">14. Juli</a> <a href="1940" title="1940">1940</a> in <a href="Preu%C3%9Fisch_Eylau" class="mw-redirect" title="Preußisch Eylau">Preußisch Eylau</a>) ist ein evangelischer <a href="Pfarrer" title="Pfarrer">Pfarrer</a> und ehemaliger <a href="Volkskammer" title="Volkskammer">Volkskammerabgeordneter</a>. Für die <a href="Deutsche_Soziale_Union" title="Deutsche Soziale Union">DSU</a> saß er 1990 im ersten frei gewählten DDR-Parlament.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Anys wurde 1940 im ostpreußischen Preußisch Eylau als Sohn einer Arbeiterfamilie geboren. Infolge des Vorrückens der <a href="Rote_Armee" title="Rote Armee">Roten Armee</a> nach <a href="Ostpreu%C3%9Fen" title="Ostpreußen">Ostpreußen</a> wurde Anys’ Familie <a href="Verwundeten-_und_Fl%C3%BCchtlingstransporte_%C3%BCber_die_Ostsee_1945" title="Verwundeten- und Flüchtlingstransporte über die Ostsee 1945">evakuiert</a> und kam zunächst in <a href="D%C3%A4nemark" title="Dänemark">Dänemark</a> unter, wo man auch nach Kriegsende 1945 zunächst noch längere Zeit in einem Flüchtlingslager lebte. Anys wurde dort für einige Zeit beschult. Ende der 1940er Jahre ließ sich die Familie in der <a href="Sowjetische_Besatzungszone" title="Sowjetische Besatzungszone">Sowjetischen Besatzungszone</a> in <a href="Dresden" title="Dresden">Dresden</a> nieder, wo Anys zunächst die Grundschule und später die Oberschule besuchte. 1958 legte er dort sein Abitur ab. Anschließend nahm der Arbeitersohn an der <a href="Karl-Marx-Universit%C3%A4t_Leipzig" class="mw-redirect" title="Karl-Marx-Universität Leipzig">Leipziger Karl-Marx-Universität</a> ein Theologiestudium auf, das er 1963 abschloss.
</p><p>Am 1. März 1964 begann Anys sein <a href="Vikariat_(evangelisch)" title="Vikariat (evangelisch)">Vikariat</a> im westsächsischen <a href="Crossen_(Zwickau)" title="Crossen (Zwickau)">Crossen</a>. 1966 erfolgte die <a href="Ordination" title="Ordination">Ordination</a> ins Pfarramt an gleicher Stelle, wo er bis zum Oktober 1969 wirkte. Im Anschluss daran übernahm er eine Pfarrstelle im ostsächsischen <a href="Sohland_an_der_Spree" title="Sohland an der Spree">Sohland</a> im damaligen <a href="Kreis_Bautzen" title="Kreis Bautzen">Kreis Bautzen</a>. 1978 übernahm Anys die Stelle des <a href="Gef%C3%A4ngnisseelsorge" title="Gefängnisseelsorge">Gefängnisseelsorgers</a> in der <a href="Haftanstalt_Bautzen_I" class="mw-redirect" title="Haftanstalt Bautzen I">Haftanstalt Bautzen I</a>, bekannt unter dem Namen Gelbes Elend. 1986 wechselte er in das Pfarramt nach <a href="K%C3%B6nigsbr%C3%BCck" title="Königsbrück">Königsbrück</a>, einer nordsächsischen Kleinstadt, die zu dieser Zeit nicht unerheblich unter der Nachbarschaft zum sowjetischen <a href="Truppen%C3%BCbungsplatz_K%C3%B6nigsbr%C3%BCck" title="Truppenübungsplatz Königsbrück">Truppenübungsplatz</a> litt. Auch durch Initiative von Anys wurde bereits 1988 erreicht, dass keine nächtlichen Übungen mehr stattfanden.
</p><p>Im September 1989 gehörte Anys zu den Mitbegründern der Königsbrücker Ortsgruppe des <a href="Neues_Forum" title="Neues Forum">Neuen Forums</a>. In der Folge wandte er sich allerdings der im Januar 1990 gegründeten DSU zu, für die er bei den <a href="Volkskammerwahl_1990" title="Volkskammerwahl 1990">ersten freien Volkskammerwahlen</a> kandidierte. Zudem war er zeitweise DSU-Kreisvorsitzender im damaligen <a href="Kreis_Kamenz" title="Kreis Kamenz">Kreis Kamenz</a> und DSU-Stadtverordneter in Königsbrück. Da die DSU etwas unerwartet viertstärkste Partei wurde und im Wahlbezirk Dresden mit 13,8&nbsp;% das republikweit zweitbeste Ergebnis erzielte, zog Anys mit Listenplatz 5 in die Volkskammer ein, da die DSU allein im Wahlbezirk Dresden 6 Mandate errang. Vom DDR-Parlament wurde Anys in die <a href="Unabh%C3%A4ngige_Kommission_zur_%C3%9Cberpr%C3%BCfung_des_Verm%C3%B6gens_der_Parteien_und_Massenorganisationen_der_DDR" title="Unabhängige Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR">Unabhängige Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR</a> gewählt.
</p><p>Anys war bis 1997 in Königsbrück als Pfarrer tätig. In dieser Zeit gehörte er zu den wesentlichen Initiatoren des Protestes gegen eine Weiternutzung des Königsbrücker Truppenübungsplatzes durch die <a href="Bundeswehr" title="Bundeswehr">Bundeswehr</a>. Der Protest hatte letztlich Erfolg und der Truppenübungsplatz ist seit 1996 das <a href="K%C3%B6nigsbr%C3%BCcker_Heide" title="Königsbrücker Heide">Naturschutzgebiet Königsbrücker Heide</a>.
</p><p>Nach einem kurzen Ruhestand war Anys in den Jahren 1998 und 1999 als Krankenhausseelsorger im <a href="Diakonissenkrankenhaus_Dresden" class="mw-redirect" title="Diakonissenkrankenhaus Dresden">Diakonissenkrankenhaus Dresden</a> tätig. Ab dem Jahr 2000 widmete er sich seiner ursprünglichen Heimat. Anys wirkte von 2000 bis 2006 zunächst im ehemaligen <a href="K%C3%B6nigsberg_(Preu%C3%9Fen)" title="Königsberg (Preußen)">Königsberg</a>, anschließend im ehemaligen <a href="Slawsk" title="Slawsk">Heinrichswalde</a>, heute Slawsk, als Pfarrer. Danach ging der Theologe in den Ruhestand und lebt seitdem in Königsbrück.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li>Biografie von <a rel="nofollow" class="external text" href="http://volkparl.bundestag.de/A/anys-lothar/"><i>Lothar Anys</i></a>. In: <a href="Wilhelm_Heinz_Schr%C3%B6der" title="Wilhelm Heinz Schröder">Wilhelm H. Schröder</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://volkparl.bundestag.de/"><i>Die Abgeordneten der 10. Volkskammer der DDR (Volkparl)</i></a></li></ul>
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Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2020-02-26" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Lothar_Anys&amp;oldid=197205105">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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